17 Januar 2019
Lesezeit: 2 min.
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Leidenschaft für den Wein, von Japan bis Bordeaux

Schon sehr jung war der aus Hiroshima stammende Osamu Uchida besessen von dem Wunsch, in der Weinbranche zu arbeiten. Ein Traum, der von seinen Eltern, selbst Weinhändler, unterstützt wurde. „Ich interessierte mich schon immer für den Wein und die französische Kultur im Allgemeinen“, erklärt er. Ein Traum, der ihn dazu veranlasste, 1999 den großen Schritt zu wagen und sich in Frankreich niederzulassen.

Er begann, Französisch zu lernen, und studierte Weinbau und Önologie, bevor er sein Wissen mit dem Verkostungsdiplom DUAD (Diplôme universitaire d’aptitude à la dégustation) weiter vertiefte.

Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, durch ganz Frankreich zu reisen und Winzer zu treffen. Auf diese Weise besuchte er knapp 300 Weingüter und absolvierte, um Erfahrung zu sammeln, Praktika auf verschiedenen Châteaus in unterschiedlichen Anbaugebieten. Eine spannenden Reise, an deren Ende er sich definitiv in Bordeaux niederließ.

Er sagt gerne, er sei eigentlich eher zufällig in Bordeaux gelandet, allerdings habe ihn die Gegend zutiefst geprägt. Ganz besonders die Geschichte des Weines in der Region und die berühmten Terroirs hatten es ihm angetan.

 

Ein kleiner Weinberg im Médoc

Er träumte daraufhin vom Médoc, einem Weinbaugebiet, das für seine außergewöhnlichen Crus Classés und seine alten Châteaus berühmt ist und als Wächter eines unglaublichen Weinbau- und historischen Erbes gilt. Sehr schnell entdeckte er jedoch eine neue, seines Erachtens noch interessantere Facette dieser Gegend, „den zwischenmenschlichen Kontakt in der Weintradition.“ Er beschloss, sich niederzulassen, und machte sich auf die Suche nach einer kleinen Parzelle. Sein Wunsch war es, umgeben von renommierten Nachbarn seinen eigenen Wein zu produzieren.

Nach langer Suche fand er eine 60 Ar große Parzelle Cabernet Sauvignon, die er pachten konnte. Er war rundum glücklich, denn der Cabernet Sauvignon ist eindeutig seine Lieblingsrebsorte: „Seine Säure verleiht ihm ein langes Reifepotenzial in der Flasche, er kann aber auch schon jung getrunken werden.“

Für eine möglichst reine Entfaltung der Frucht und weil er Wert auf einen nachhaltigen Weinbau legt, arbeitet er weitestgehend von Hand. Seine Trauben, die er bei optimaler Reife liest, vinifiziert er anschließend traditionell in seiner Garage, nicht weit von Château Mouton Rothschild entfernt, ein Kontrast, den er immer wieder gerne hervorhebt.

 

Dozent an der Weinschule von Bordeaux, aus Liebe zum Austausch

Als Winzer muss man laut Osamu Uchida „Leidenschaft, Geduld und Ausdauer haben, aber auch demütig und offen sein.“ Diese Eigenschaften legt er auch in seiner Funktion als Dozent an der Weinschule von Bordeaux an den Tag: ein fantastische Gelegenheit, seine Kenntnisse zu vermitteln und „enorm viel von den Teilnehmern zurückzuerhalten.“

Das theoretische Wissen, das er sich während seines Studiums angeeignet hat, trifft dabei auf seine Erfahrung in den Weinbergen und auf seine einzigartige Sichtweise als japanischer Winzer. Eine Kombination, die den Schülern der Weinschule von Bordeaux ein ungewöhnliches und gleichzeitig unglaublich reiches Fachwissen über unsere Weinregion bietet.

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