Le 12 Februar 2019
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Die vier wichtigsten nachhaltigen Produktionsweisen

1. Der umweltbewusste Weinbau

Er lässt den Einsatz chemischer Stoffe nur bei Bedarf zu und hat dazu beigetragen, die Menge der eingesetzten Pflanzenschutzmittel deutlich zu senken. Er umfasst die Forderung nach Rückverfolgbarkeit und damit nach kompletter Transparenz, was den Einsatz solcher Stoffe betrifft.

  • Etikettierung: Für den umweltbewussten Weinbau gibt es kein spezifisches Gütesiegel.
  • Maximal zugelassene Sulfitmengen: 150 mg/l für Rotweine, 200 mg/l für Weiß- und Roséweine, 235 mg/l für Schaumweine, 200 mg/l für Likörweine, 300 mg/l für liebliche und 400 mg/l für süße Weine.

 

2. Integrierter Weinbau

Er ist radikaler als der umweltbewusste Weinbau und setzt insbesondere auf präventive Anbaumethoden in Verbindung mit biologischer Schädlingsbekämpfung. Er umfasst eine Kombination von biologischen, biotechnologischen und anbautechnischen Maßnahmen mit begrenzter Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Schädlingen.

  • Etikettierung: Für den integrierten Weinbau gibt es kein spezifisches Gütesiegel.
  • Maximal zugelassene Sulfitmengen: wie beim umweltbewussten Weinbau.

 

3. Der biologische Weinbau

Er schützt das Ökosystem und die Fruchtbarkeit der Böden durch die bevorzugte Verwendung von Produkten ohne synthetische organische Moleküle (Kupfer, Schwefel, Insektizide pflanzlichen Ursprungs).

  • Etikettierung:

Der Winzer muss zwingend das europäische Gütesiegel (ein aus Sternen gebildetes Blatt) abbilden und kann auf Wunsch das französische hinzufügen. Außerdem ist es möglich, den Vermerk „In Umstellung auf biologischen Landbau“ anzubringen.

Für das französische Gütesiegel AB (Agriculture biologique) ist eine dreijährige Umstellungszeit notwendig, bis ein Landwirt oder Winzer seine Erzeugnisse zertifizieren lassen kann.

  • Maximal zugelassene Sulfitmengen: 100 mg/l für Rotweine, 150 mg/l für Weiß- und Roséweine, 205 mg/l für Schaumweine, 170 mg/l für Likörweine, 270 mg/l für liebliche und 370 mg/l für süße Weine.

 

4. Der biodynamische Weinbau

Er zielt darauf ab, das organische Leben durch die Anwendung von Zubereitungen aus pflanzlichen (Kräutertees), tierischen (Kuhdung) und mineralischen Stoffen (Quarz) zu dynamisieren und zu intensivieren. Gleichzeitig berücksichtigt er irdische und kosmische Kräfte.

  • Etikettierung:

Wie für Bio-Weine ist auch für biodynamische Weine das europäische Bio-Gütesiegel obligatorisch. Dazu kommt eine der beiden Zertifizierungen Biodyvin oder Demeter sowie eventuell die Bezeichnung „biodynamisch“.

Biodyvin garantiert eine Produktion aus von Ecocert homologierten biodynamisch angebauten Trauben.

Demeter erfordert eine manuelle Lese und eine biodynamische Schönung und erlaubt bestimmte Filtrationen. Die Demeter-Zertifizierung ist strenger als Biodyvin. Im Vergleich zum Bio-Anbau ist der Einsatz von Kupfer und Schwefel bei Demeter um die Hälfte reduziert.

  • Maximal zugelassene Sulfitmengen: 70 mg/l für Rotweine, 90 mg/l für Weiß- und Roséweine, 60 mg/l für Schaumweine, 80 mg/l für Likörweine und 200 mg/l für liebliche und süße Weine.

Ohne Regelwerk: die sogenannten „natürlichen“ Weine

Sogenannte „natürliche“ Weine erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ihre Sulfitdosierung ist gering1 oder sie sind komplett ohne Sulfitzusatz. Es gibt jedoch keine offiziellen Vorschriften. Jeder Verband darf seine eigenen Regeln aufstellen und anwenden.

Die Association des Vins Naturels (AVN) setzt sich für eine gesetzliche Anerkennung ein und hat ein Lastenheft für ihre Mitglieder ausgearbeitet. Letzteres erlaubt ausschließlich indigene Hefen bei der Vinifikation und verbietet Praktiken, die als aggressiv erachtet werden, wie beispielsweise die Umkehrosmose, die Flash-Pasteurisierung oder die Thermovinifikation, sowie den Zusatz von Sulfiten oder anderen Stoffen. Das Projekt wurde kürzlich dem Komitee für Appellationsweine des nationalen Instituts für Herkunft und Qualität (INAO) vorgestellt. Der geforderte gesetzliche Rahmen wurde ihm jedoch nicht gewährt.

 

Die Zertifizierungen 

Um ihr Umweltengagement anerkennen zu lassen, können Winzer an verschiedenen Umweltzertifizierungsprogrammen teilnehmen.

  • Auf der Flasche ersichtliche Zertifizierungen:

HVE (Haute Valeur Environnementale) – Sie steht in enger Verbindung mit dem UMS (s. unten) und legt ihre Ziele anhand von Indikatoren fest, die die Umweltschutz-Leistung der Weingüter in Bezug auf die Artenvielfalt, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Düngung beurteilen.

Terra Vitis: Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist die oberste Priorität dieser Zertifizierung, die als einzige einen umweltbewussten Weinbau garantiert.

 

  • Weitere Zertifizierungen, die jedoch nicht auf der Flasche ersichtlich sind:

Das Umwelt-Management-System (UMS) der Bordeauxweine, ein nach ISO 14001 zertifiziertes System, das es ermöglicht, die Umweltschutz-Leistungen der Betriebe, vom Energieverbrauch bis hin zu den Arbeitsbedingungen der Angestellten, zu bewerten und zu verbessern. Es hat bereits 773 Unternehmen aus dem Bordelais für sich gewonnen.

Agriconfiance, das auf einem begrenzten Einsatz von Hilfsstoffen, einem kontrollierten Abfallmanagement und dem Schutz der natürlichen Ressourcen gemäß einem spezifischen Lastenheft beruht.

 

RSE Agro (vormals 3D_Destination Développement Durable), ein Programm, dessen Ziel es ist, Unternehmen auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen.

 

AREA (Agriculture Respectueuse de l’Environnement en Aquitaine = Umweltfreundliche Landwirtschaft in Aquitanien), das die Winzer bei der Umstellung auf umweltverträglichere Produktionsmethoden begleitet.

 

Bordeaux: Die Weinbranche engagiert sich!

 Schon vor zehn Jahren hat das Bordelais übergreifende kollektive Maßnahmen für den Schutz der Umwelt, die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, die Rücksprache mit Anwohnern und die Verständlichkeit des Angebots eingeführt. Diese Bewegung fördert ebenfalls individuelle Initiativen und berücksichtigt lokale Besonderheiten.

Zu dieser tiefgreifenden Entwicklung haben auch die sieben Interessen- und Verwaltungsverbände (ODG) beigetragen, die in den vergangenen Monaten eine Änderung ihrer Lastenhefte und die Aufnahme von Agrarumweltmaßnahmen beschlossen haben. Zu den Vorschriften zählen insbesondere das Verbot von Unkrautvernichtungsmitteln, die Einführung resistenter Rebsorten sowie die Pflicht für Weingüter, eine Umweltzertifizierung vornehmen zu lassen. Diese Maßnahmen wurden vom INAO anerkannt und sollen bereits vor dem Sommer in Kraft treten. Damit sind sie ein hervorragendes Zeichen für das Umweltengagement des Bordelais.

1 Gewisse Verbände schreiben eine Höchstgrenze von 40 mg/l für Weißweine und 30 mg/l für Rotweine vor.

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